China 2001 - Probefahrt zum Yaoberg bei Guilin

26. September 2001

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Nach dem Frühstück nehmen wir die Räder entgegen und schrauben ein wenig daran herum, um die optimale Sitzhöhe zu erreichen. Noch den Flaschenhalter dran, mehr gibt es bei meinem Rad nicht zu tun. Ich handle mir beim Testfahren direkt eine Portion Kritik ein, da ich einfach den Bordstein herunterfahre: "Genau das gehört zu den Dingen, die wir gar nicht gern haben!" "Entschuldigung". Hui, scheint ja ein strenger Genosse zu sein, der Herr Reiseleiter, ist wohl mit Vorsicht zu genießen, aber hat natürlich Recht.

Am frühen Nachmittag starten wir dann zu einer kleinen Probetour zum Yaoberg, ein gemächlicher Start in den vor uns liegenden Teil der Reise und eine gute Gelegenheit, einen genüsslichen Vorgeschmack auf die Landschaft zu bekommen, in der wir uns jetzt für zwei Wochen mit Rädern bewegen werden.

Ich bin fasziniert davon, wie sich in Guilin der Straßenverkehr regelt. Massen von Fahrrädern, motorisierten oder unmotorisierten Rikschas und Autos finden sich ohne externe Regelung durch Ampeln oder sonstige Hilfsmittel wunderbar zurecht. Ampeln würden bei diesem Verkehrsaufkommen auch nur hinderlich sein. Das gefällt mir. Sehr sogar. In China wurde ich nie angerempelt. Offensichtlich verfügen die Menschen dort über jene soziale Fähigkeit, die darauf achtet, selbst vorwärtszukommen, aber die anderen auch wahrnimmt. Mir fällt spontan meine Erfahrung aus dem Chorgesang ein: Du musst Dich selbst und die anderen hören.

Nach der kurzen Fahrt zum Fuß des Yaoberges fahren wir mit dem Sessellift auf den Berg und haben eine wunderbare Aussicht auf die seltsam bizarren Karstberge. Fototermin für Portraits im Kunstblumen-umkränzten Bambusstuhl vor dem Hintergund der faszinierenden Landschaft. Kitsch muss auch sein. Ein nettes Abenteuer am Rande: die Rückfahrt zum Fuß des Berges mit der Sommerrodelbahn.

Nach dem Abendessen kommen wir an Straßenmusikern vorbei, und da wir heute nicht zu müde sind, verhalten wir uns auch nicht als Kunstbanausen, sondern gesellen uns zu den Zuschauern. Die Veranstaltung entpuppt sich dann als Life-Karaoke-Show. Volker gibt zwei Strophen aus Summertime zum Besten, S. einige Kostproben polnischer Lieder und erntet rauschenden Applaus.

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